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Die Andromedagalaxie M 31


In der Zeit vom Herbst 2001 bis Februar 2002 interessierte ich mich besonders für die Andromedagalaxie M 31. In dieser Zeit trug ich viele Informationen und Bilder aus dem Internet zusammen. Aus den gesammelten Informationen erstellte ich eine schon recht umfangreiche Beschreibung von M 31.

Die Andromedagalaxie M 31 ist die uns am nächsten gelegene Galaxie, wenn man von einigen kleineren Begleitgalaxien des Milchstraßensystems einmal absieht (z. B. die beiden Magellanschen Wolken). M 31 ist 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Genau wie unser Milchstraßensystem ist M 31 eine flache Scheibe mit spiralförmiger Struktur die aus unzähligen Sternen besteht. Der Durchmesser dieser Scheibe beträgt etwa 250.000 Lichtjahre; damit ist die Andromedagalaxie fast doppelt so groß wie unser Milchstraßensystem mit 130.000 Lichtjahren Durchmesser!

Während in unserer Milchstraßensystem etwa 200 Milliarden Sterne vereint sind, wird die Anzahl aller Sterne in der Andromedagalaxie auf etwa 1 Billion geschätzt.

Die Andromedagalaxie erscheint uns unter einem flachen Winkel von etwa 12 Grad. Daher sehen wir sie mehr von der Seite und die Spiralarme sind kaum zu erkennen. Stattdessen kann man einige der dunklen Staubbänder sehen.


m31.jpg

Die Andromedagalaxie M 31
Ausschnitt aus dem POSS (180 x 180′)
Quelle: Digitized Sky Survey


Wie alle Spiralagalaxien hat auch die Andromedagalaxie im Zentrum eine rundliche Verdickung - den sogenannten Bulge - der überwiegend aus roten und alten Sternen besteht, sowie eine ausgedehnte Scheibe aus Gas und Staub und zahllosen Sternen.

Moderne Teleskope haben unter Anwendung langbelichteter und hochauflösender Aufnahmen eine Fülle von Einzelheiten in M 31 sichtbar gemacht. Es ist einfach phantastisch, was diese Aufnahmen in der 2,5 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxis zeigen! Genau wie in unser Milchstraßensystem beobachten wir in M 31 offene und kugelförmige Sternhaufen; leuchtende Nebel aus Gas und Staub, sowie Dunkelwolken.



Der hellste offene Sternhaufen trägt sogar eine eigene NGC-Nummer: Es ist NGC 206. Er ist um ein Vielfaches größer als die offenen Sternhaufen in unserem Milchstraßensystem und gilt sogar als größtes Sternentstehungsgebiet in der Lokalen Galaxiengruppe. Es handelt sich hier um sehr junge und äußerst leuchtkräftige blaue Sterne. Wegen der enormen Größe ist es eigentlich gar kein richtiger Sternhaufen mehr - eher eine gewaltige Sternansammlung.


ngc0206.jpg

Der Riesensternhaufen NGC 206
Ausschnitt aus dem POSS (12 x 12′)
Quelle: Digitized Sky Survey



Außerhalb der Scheibe beginnt der Halo. Hier finden wir sehr viele Kugelsternhaufen, welche die Andromedagalaxie wie ein Bienenschwarm umgeben. Über 1.600 sind heute bereits katalogisiert worden. Auf guten Aufnahmen von M 31 erscheinen sie als winzige verwaschene Lichtfleckchen.

Der hellste Kugelsternhaufen hat die Bezeichnung "G1" oder "Mayall II". Er hat eine scheinbare Helligkeit von etwa 13,8 mag und ist damit sogar mittelgroßen Amateurteleskopen zugänglich! Mit einem Teleskop von 20 bis 25 cm Öffnung kann man ihn bei sehr dunklem Himmel bereits aufsuchen. Er erscheint in diesem als winziges mattes Lichtfleckchen.


m31_g1.jpg

Der Kugelsternhaufen G1 in der Andromedagalaxie
Ausschnitt aus dem POSS (10 x 8′)
Quelle: Digitized Sky Survey


G1 ist auch der hellste Kugelsternhaufen in der gesamten Lokalen Galaxiengruppe. Nach neueren Ergebnissen ist er vermutlich gar kein Kugelsternhaufen, sondern wie Omega Centauri der Kern einer ehemaligen Zwerggalaxie.

Das Hubble Weltraumteleskop hat uns eine erstklassige Aufnahme des Kugelsternhaufens G1 geliefert. Er ist so detailreich abgebildet, daß man versucht ist, ihn mit dem Foto eines Kugelsternhaufens unseres eigenen Milchstraßensystems zu verwechseln!



Als Beispiel habe ich einen Ausschnitt vom Rande der Andromedagalaxie aus dem POSS eingefügt, der einige Kugelsternhaufen enthält, welche ich nach dem Atlas von M 31 von Paul W. Hodge bestimmt habe.


m31_kugel1.jpg

Ausschnitt aus der Andromedagalaxie (recht oben NGC 205)
Der Kasten ist unten vergrößert dargestellt!
Ausschnitt aus dem POSS (30 x 30′)
Quelle: Digitized Sky Survey


m31_kugel2.jpg

Einige Kugelsternhaufen in der Andromedagalaxie
Ausschnitt aus dem POSS
Quelle: Digitized Sky Survey


Interessant sind auch Erkenntnisse über die Sterne im Halobereich von M 31. Mit Hilfe des Hubble Weltraumteleskops wurde im Jahr 2003 ein kleiner Bereich im Halo von M 31 drei Tage lang belichtet. So konnten auch schwächere Sterne gut erfaßt werden. Die Auswertung ergab, daß etwa ein Drittel dieser Sterne im Halo noch recht jung waren und die meisten dieser Sterne ein recht hohes Metallreichtum haben (als Metalle bezeichnet man in der Astronomie alle Elemente, die schwerer sind als Helium). Die Sterne im Halo des Milchstraßensystems sind dagegen eher Metallarm. Dies deutet darauf hin, daß M 31 in der Vergangenheit aus der Kollision von 2 massereichen Galaxien entstanden ist, wobei junge Sterne weit in den Außenbereich von M 31 - dem Halo - verfrachtet worden sind.

Der folgende Link führt zur erwähnten Aufnahme des Halobereiches von der Andromedagalaxie mit dem Hubble Weltraumteleskop. Sie wurde drei Tage lang belichtet! Nur die hellsten Sterne auf dieser Aufnahme sind Vordergrundsterne der Milchstraße. Alle anderen Sterne gehören zum Halo der Andromedagalaxie. Zu erkennen ist auch noch ein Kugelsternhaufen. Er ist so detailreich abgebildet, daß man diesen Kugelsternhaufen leicht mit einem im unseren Milchstraßensystem verwechseln könnte! Weiterhin sind auf dem Originalbild fast 10.000 winzig kleine Galaxien im Hintergrund zu erkennen!



Wie es im Kern der Andromedagalaxie aussieht ist eine weitere spannende Frage. Ältere Aufnahmen des Hubble Weltraumteleskops deuteten darauf hin, daß sich im Kern von M 31 ein riesiges schwarzes Loch befindet. Dieses soll etwa 30 Millionen Sonnenmassen in sich vereinen! Aber genau weiß man es noch nicht; Schwarze Löcher werden auch in den Kernen anderer Galaxien vermutet.


m31_kern.jpg

Der Kern von der Andromedagalaxie
Ausschnitt aus dem POSS (30 x 30′)
Quelle: Digitized Sky Survey


Das Röntgen Observatorium Chandra hat 1999 den Kern von M 31 fotografiert. Die Aufnahme zeigt über 100 Röntgenquellen und eine davon sitzt im Kern genau an der Stelle wo das Schwarze Loch vermutet wird.



Weiterhin besitzt M 31 einen Doppelkern. Auch dies deutet stark darauf hin, daß die Andromedagalaxie vor langer Zeit mit einer anderen Galaxie kollidiert ist. Nach den heutigen Erkenntnisse wurde M 31 aus der Kollision zwei massereicher Galaxien gebildet.



M 31 besitzt zwei kleine Begleitgalaxien: M 32 und NGC 205, beides elliptische Galaxien. M 32 ist dabei die größere und hellere von beiden. Mit einem Spiegelteleskop ab 15 cm Öffnung kann man die beiden Begleiter bereits als schwache Lichtflecken am Rande von M 31 sehen.


begleiter.jpg

Die beiden Begeleiter der Andromedagalaxie

M 32 und NGC 205, zwei kleine elliptische Galaxien.



© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
www.andromedagalaxie.de