Die kleine Magellansche Wolke (Small Magellanic Cloud = SMC) ist etwa 210.000 Lichtjahre von uns und etwa 90.000 Lichtjahre von der großen entfernt, so daß diese beiden Zwerggalaxien auch räumlich ein enges Paar bilden.
Die kleine Magellansche Wolke ist eine unregelmäßige Zwerggalaxie vom Typ Im. Sie enthält etwa 5 Milliarden Sterne und ist damit deutlich kleiner wie die große Magellansche Wolke.
Blick in die kleine Magellansche Wolke
Ausschnitt aus dem POSS
Quelle: Digitized Sky Survey
Auch die kleine Magellansche Wolke läßt sich in Myriaden von Einzelsternen auflösen. Sie enthält genau wie die große Magellansche Wolke viele Sternhaufen und Gaswolken, wobei letztere auf Farbaufnahmen auffällig rot im Licht der H-Alpha Linie leuchten.
Ein Ausschnitt aus dem zentralen Teil der kleinen Magellanschen Wolke
Ausschnitt aus dem POSS
Quelle: Digitized Sky Survey
Viele Sternhaufen und Gasnebel in der kleinen Magellanschen Wolke haben ebenfalls eigene NGC-Nummern bekommen. Genau wie in der großen Magellanschen Wolke sind die meisten Sternhaufen offene Sternhaufen und nur wenige Kugelsternhaufen. Die folgenden Bildausschnitte zeigen einige Sternhaufen in der kleinen Magellanschen Wolke.
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| NGC 152 | NGC 220 + 222 + 231 |
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| NGC 241 + 242 | NGC 265 + 256 |
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| NGC 299 + 306 | NGC 339 |
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| NGC 361 | NGC 371 |
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| NGC 395 | NGC 411 |
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| NGC 419 | NGC 465 |
Ausschnitte aus dem POSS
Quelle: Digitized Sky Survey
Auch in der kleinen Magellanschen Wolke gibt es wie in der großen einige blaue Kugelsternhaufen, die es in unserer Milchstraße nicht gibt und überwiegend blaue Hauptreihensterne enthalten. Zwei davon zeigen die folgenden Bildausschnitte.
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| NGC 330 | NGC 458 |
Schon in dem Bildatlas der ESO wurde erwähnt, daß Messungen eine ungewöhnlich große Dicke der kleinen Magellanschen Wolke ergeben haben. Es existiert daher die Theorie, daß sich genau hinter der kleinen Magellanschen Wolke eine weitere kleine Zwerggalaxie befindet, die wir so nicht sehen können, und die vielleicht gerade mit der kleinen Magellanschen Wolke verschmilzt.
In den 70er Jahren wurde mit Radioteleskopen ein langes Band aus Wasserstoffgas entdeckt, das die Magellanschen Wolken verbindet und noch viel weiter reicht. Dieses Gas wird als der Magellansche Strom bezeichnet. Zunächst wurde vermutet, daß dieses Gas aus den Magellanschen Wolken bei einer engen Begegnung mit der Milchstraße herausgerissen wurde.
Heute weiß man, daß dieses Gas von den Magellanschen Wolken auf ihrer Bahn einfach zurückgelassen wurde. Man hat nämlich auch bei anderen Zwerggalaxien in der Umgebung der Milchstraße solche Gasschleppen gefunden.