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Prokyon


Im Winterhalbjahr steht abends im Süden das unscheinbare Sternbild kleiner Hund. In ihm befindet sich ein auffallend heller Stern, α Canis Minoris oder auch Prokyon genannt.


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Das Sternbild kleiner Hund mit dem hellen Stern Prokoyon
Karte erstellt mit Stellarium
© M. Lehwald


Prokyon hat eine scheinbare Helligkeit von 0,37 mag und gehört damit zu den hellsten Sternen am Himmel. Er bildet zusammen mit Kastor in den Zwillingen, Capella im Furhmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion und Sirius im großen Hund das bekannte Wintersechseck.


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Prokyon
Ausschnitt aus dem POSS (60 x 60′)
Quelle: Digitized Sky Survey


Prokyon leuchtet scheinbar so hell, weil er uns auch recht nahe steht. Seine Entfernung liegt bei 11,4 Lichtjahren, womit er zu den Sternen der nahen Sonnenumgebung gehört. Mit der Spektralklasse F5 ist sein Licht gelblich-weiß.


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Größenvergleich Prokyon A und B mit der Sonne
© M. Lehwald


Prokyon ist ein Hauptreihenstern, der sich im stabilen Lebensalter befindet. Prokyon wandelt durch Kernfusion Wasserstoff in Helium um. Er hat 1,5mal soviel Masse als die Sonne und ist fast doppelt so groß wie diese. Seine Leuchtkraft ist 7,7mal so groß als die der Sonne und seine Oberflächentemperatur liegt bei 6.650 Kelvin.

Damit ist Prokyon etwas massereicher und heißer als die Sonne. Die Lebensdauer von Prokyon ist daher nicht ganz so groß als die der Sonne. Während unsere Sonne eine Lebensdauer von etwa 10 Milliarden Jahren hat, sind es bei Prokyon etwa 6 Milliarden Jahre.


Der Begleiter Prokyon B

Genau wie bei Sirius fiel dem deutschen Astronom Friedrich Bessel durch genaue Messung der Eigenbewegung von Prokyon auf, daß dieser keine gradlinige, sondern eine schlangenförmige Eigenbewegung am Himmel zeigt, worauf er auf einen Begleiter von Prokyon schloss. Allerdings hat ihn damals niemand gefunden.

Erst im Jahr 1896 fand John Martin Schaeberle den nur 10,9 mag hellen Begleiter von Prokyon im 90 cm Refraktor des Lick Observatoriums. Der Abstand zwischen den beiden Sternen betrug nur 5 Bogensekunden. Wegen des großen Helligkeitsunterschiedes der beiden Sterne ist der Begleiter von Prokyon nur in großen Teleskopen zu sehen.

Beide Sterne umkreisen sich in etwa 41 Jahren. Ihr Abstand schwankt wegen der exzentrischen Umlaufbahn zwischen 9 Astronomischen Einheiten (13,5 Milliarden Kilometer) und 21 Astronomischen Einheiten (31,5 Milliarden Kilometer).

Der Begleitstern Prokyon B ist nur 0,0084mal so groß als die Sonne. Mit einer Oberflächentemperatur von knapp 10.100 Kelvin ist er deutlich heißer als Prokyon A. Prokyon B ist damit ein Weißer Zwerg.


Daten von Prokyon


Katalogbezeichnungen
Beyer: α Canis Minoris
Flamsteed: 10 Canis Minoris
Bonner-Durchmusterung: BD +5° 1739
Bright-Star Katalog: HR 2943
Henry-Draper Katalog: HD 61421
SAO-Katalog: SAO 115756
Hipparcos: HIP 37279
Weitere Bezeichnungen: GJ 280, LHS 233, FK5 291


Prokyon allgemein
Rek. 2000: 07 39 18,1
Dek. 2000: +05 13 30
Scheinbare Helligkeit: 0,37 mag
Parallaxe: 0,285"
Entfernung: 11,4 Lichtjahre
Radialgeschwindigkeit: -3 km/sec
Eigenbewegung Rek.: -0,716" pro Jahr
Eigenbewegung Dek.: -0,1034" pro Jahr


  Prokyon A Prokyon B
Scheinbare Helligkeit: 0,37 mag 10,9 mag
Absolute Helligkeit: 2,70 Mag 13,0 Mag
Farbindex U-B: 0,03 -
Farbindex B-V: 0,42 0,00
Spektralklasse: F5IV DA
Leuchtkraft: 7,73 x Sonne 0,000548 x Sonne
Masse: 1,5 x Sonne 0,6 x Sonne
Radius: 1,86 x Sonne 0,00836 x Sonne
Temperatur Oberfläche: 6.650° Kelvin 10.100° Kelvin
Rotation: 4,6 Tage 0,5 Tage
© Copyright: 1998-2017 Mario Lehwald
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